Das Jahr geht zu Ende. Und manche werden sagen: ein Glück! Auch die Autoleute bei BILD. Allerdings nicht, weil wir die vergangenen (und nicht einfachen) zwölf Monate so schrecklich fanden, sondern weil wir uns auf das nächste Jahr und was es mit sich bringt ehrlich freuen.

Als Auto-Fans meinen wir natürlich die Neuheiten mit vier Rädern, die für 2022 angekündigt sind. Und die uns schon jetzt außerordentlich bewegende, bunte und in Teilen sogar begeisternde Tage versprechen.

22 der wichtigsten neuen Modelle des Jahres 2022 stellen wir Ihnen hier vor. Damit Sie leichter den Überblick behalten, teilen wir den 2022er-Jahrgang in drei Klassen ein: Elektroautos, SUVs und alte Bekannte in neuem Glanz.

E-Autos: Die Stromer starten durch

Alles auf Elektro: Ob etablierte Hersteller oder aufstrebende Marken – alle bauen ihr Angebot an E-Autos zügig aus.

▶︎ VW ID.Buzz – Bulli auf Batterie

Fünf lange Jahre hat es gedauert, bis aus der ersten Studie in Detroit 2017 endlich das Serienauto ID.Buzz wird. Das Retro-Design mit den vielen T1-Zitaten dürfte nicht nur Markenfans ge­fallen.

Vor allem die zweifarbige Lackierung, drei freche Streifen an der D-Säule und die riesigen Fensterflächen machen Lust auf den Elektro-bus. Der nutzt natürlich den Modularen Elektro-Baukasten (MEB), zum Marktstart gibt es die große 82-kWh-Batterie mit 204-PS-Motor an der Hinterachse. Versprochene Reich­weite: knapp 500 Kilometer.

Gut ein Jahr nach dem etwa 4,70 ­Meter langen Standardmodell (Format Tiguan Allspace) folgt noch eine Langversion, die dann Allrad und einen größeren Akku mitbringt. Und auf Wunsch sieben Sitze bietet.

Weil ­innen viel an andere ID-Modelle erinnert, könnte der Preis ­unter 50 000 Euro bleiben, was mit Umweltbonus etwa T7-Niveau ist.

Das Design des ID.Buzz ist eine moderne Interpretation des T1, Antrieb vollelektrisch

Foto: larson

▶︎ Ioniq 6 – ein ernsthafter Taycan-Gegner aus Korea?

Bahn frei für die nächste Elektro-Überraschung aus Korea: Nach dem SUV Ioniq 5 dürfte Hyundais Elektromarke Ioniq 2022 eine ­elegante E-Limousine nachlegen. Der Name ist schlicht. Er lautet „6“.

Das täuscht etwas über die Dimensionen des neuen Ioniq hinweg, denn der elegante Viertürer wird wohl knapp fünf Meter lang sein – und schwimmt damit ganz selbstbewusst im Fahrwasser des Porsche Taycan.

Technisch werden die Koreaner auf die bereits bekannte 800-Volt-Technik der E-GMP-Plattform zurückgreifen. Ein größerer Akku als im Ioniq 5 soll gerüchteweise auch an Bord sein, 500 Kilometer Reichweite dürften dann drin sein. Ob Porsche schon zittert?

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Der Ioniq 6 wird das zweite Modell aus Hyundais gleichnamiger Stromer-Schmiede

Foto: Bernhard Reichel Car Design

▶︎ Mercedes EQT – der Familien-Flüsterer

Der EQT kombiniert Van und Elektro. Wie bei der konventionellen T-Klasse gibt’s zwei Radstände, quasi familien- und großfamilientauglich.

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Der Mercedes EQT ist der elektrische Citan für alle Nicht-Handwerker

Foto: Werk

▶︎ Polestar 3 – auf 1 und 2 folgt 3

Die Rede ist vom Polestar 3. Der erste E-SUV der Schweden soll vor allem Teslas Model Y Kundschaft streitig machen. Die Argumente wiegen schwer: 600 Kilometer werden wohl im Akku stecken.

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Nach mächtigem Hybrid (1) und schickem Crossover (2) folgt nun Nummer 3 als SUV

Foto: Bernhard Reichel Car Design

▶︎ Mercedes EQE – der Batterie-Benz im Taxiformat

Sie finden, der Mercedes EQE sieht seinem großen Bruder EQS zum Verwechseln ähnlich? Ja, geht uns auch so. Und auch die Ausstattungsliste weist viele Gemeinsamkeiten mit der elektrischen S-Klasse auf.

Der EQE hat optional den riesigen Hyperscreen und Hinterachslenkung, bietet dank der neuen Plattform und 3,12 Meter Radstand standesgemäß Platz und rollt natürlich vollelektrisch vom Taxistand und aus der Chefgarage.

Mit der rund 90 kWh großen Batterie soll die zum Marktstart Mitte 2022 angebotene Bimotor-Version des EQE mehr als 600 Kilometer schaffen. Ach ja, und irgendwann soll der EQE auch autonomes Fahren Level 3 können.

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Optik und Technik des EQE erinnern stark an den großen Bruder EQS

Foto: Werk

▶︎ Nio ET7 – die 1000-Kilometer-Limo

Der chinesische Hersteller Nio rollt Ende 2022 die E-Limousine ET7 an den Start. Leistung? Bis zu 653 PS für 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Reichweite? Mit 150-kWh-Akku angeblich über 1000 Kilometer Reichweite.

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Nio setzt auf Wechselakkus, die an eigenen Stationen flott getauscht werden können. In Europa kooperiert der China-Hersteller mit dem Mineralölkonzern Shell, die ersten Stationen entstehen in Norwegen

Foto: Werk

▶︎ Smart – smartes SUV

Smart traut sich 2022 an das Thema SUV. Der Hochsitz wird mit rund 4,30 Meter gar nicht mal so klein, zeigt frisches Design, nutzt E-Technik von Geely und lockt mit Preisen, die in ID.3-Regionen liegen sollen.

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Smart ist eine vollelektrische Marke geworden, Anfang 2020 gründete Daimler zusammen mit dem chinesischen Autohersteller Geely das Smart-Joint-Venture, das Design kommt aus Stuttgart

Foto: Werk

▶︎ Audi Q6 e-tron – doppelter Lademeister

Wie wäre es? Auf der Grundfläche des Audi Q5 Platzverhältnisse wie im Audi Q7 haben? Das klingt interessant. Und genau das soll der Audi Q6 e-tron bieten, der 2022 zumindest noch vorgestellt werden dürfte.

Beim Design des E-SUV hat Audi mit dem Q4 e-tron die Erwartungen hochgeschraubt. Bei der Technik liegt die Messlatte noch höher. Denn der Q6 e-tron basiert auf einer gänzlich neuen E-Plattform mit blitzschneller 800-Volt-Technik.

Merken Sie sich deren Namen, in den nächsten Jahren werden noch etliche Modelle von Audi und Porsche diese Basis nutzen: PPE (Premium Platform Electric).

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Nach e-tron und Q4 e-tron soll eine dritte E-SUV-Baureihe der Ingolstädter auf die Straße kommen. Mit dem Q6 e-tron wird bei Audi so die Lücke zwischen Q5 und Q7 geschlossen. Dieses Bild entstand nach Insider-Informationen am Computer

Foto: larson

SUVs: Hochsitze weiter im Höhenflug

Bei uns ist inzwischen jeder dritte Neuwagen ein SUV oder Geländewagen – der Erfolg der Hochsitze hält an.

▶︎ BMW X1 – Basis Mini, sonst maxi

Schon die zweite Generation ab 2015, erstmals mit Quermotor, überbot den Vorgänger in Sachen Platzangebot deutlich. Wie bisher auf Technik des 1er/Mini Countryman basierend, wird die dritte Serie des X1 ab Herbst 2022 von 4,44 auf mehr als 4,50 Meter Länge wachsen.

Die ­erneute Vergrößerung schafft Platz für einen SUV unterhalb des X1, der Urban X heißen soll – ein Mini Countryman für Kunden, die lieber BMW fahren. Diesel stets mit 48-Volt-Unterstützung; ein Plug-in-Hybrid-­Benziner und ein 306 PS starkes Topmodell namens M35i kommen ebenfalls.

Neu ab 2023: die elektrische Version BMW iX1 mit 38- oder wahl­weise 74-kWh-Akku.

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Optisch dürfte der neue X1 deutlich bulliger werden als sein Vorgänger. Die Niere wird deutlich wachsen, trotzdem halten sich ihre Dimensionen noch im Rahmen. Dieses Bild entstand nach Insider-Informationen am Computer

Foto: larson

▶︎ VW T-Roc – geboostert

VW verkauft hierzulande derzeit mehr T-Roc als Golf. Das dezente Facelift bringt LED-Beleuchtung, innen weniger Hartplastik und Bildschirm obenauf. Ab März, circa 900 Euro teurer als zuvor. Derzeit gibt’s den T-Roc ab 23 495 Euro.

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VWs aufgehübschter T-Roc, hier in der sportlichen R-Version

Foto: Werk

▶︎ Mercedes GLC – Mit 100 Kilometern E-Reichweite

Die zweite Serie des SUV-Verkaufsschlagers GLC rollt ab Ende 2022 auch in Sindelfingen vom Band, nicht nur in Bremen.

Zwei Benziner (GLC 200 und 300), drei Diesel (200 d, 220 d, 300 d), wahlweise Benziner (400 e) oder Diesel (300 de) als Plug-in-Hybrid mit jeweils 100 Kilometer elektrischer Normreichweite stehen zur Wahl.

Der V8 des aktuellen AMG GLC 63 dürfte es wohl nicht in das neue Modell schaffen. Dafür lässt eine Allradlenkung künftig den Wendekreis schrumpfen (Option gegen Aufpreis).

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Allradlenkung bleibt nicht der Luxusklasse vorbehalten, zieht künftig in den GLC ein (Plug-in-Hybrid)

Foto: Bernhard Reichel Car Design

▶︎ Maserati Grecale – Italo-Macan

Kleiner Bruder des Levante, verwandt mit dem Alfa Stelvio und ein Porsche-Macan-Konkurrent.

Vierzylinder mit Turbo und E-Lader, 300 PS, 4,86 Meter lang, ab 71 000 Euro, Start im Juli.

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Der Prototyp ist noch in blau-schwarze Tarnung gehüllt, ähnelt dem größeren Bruder Levante

Foto: larson

▶︎ Alfa Romeo Tonale – Einstiegs-SUV

Knapp unterhalb des Stelvio will Alfa Mitte des Jahres den Tonale platzieren. Der Kompakt-SUV (circa 4,50 Meter) nutzt Technik des Stellantis-Bruders Jeep Compass (4,40 Meter).

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Das Top-Modell des Tonale wird wohl ein starker Plug-in-Hybrid

Foto: Werk

▶︎ Mazda CX-60/CX-80 – Mut zur Größe

Mazda bringt drei SUV oberhalb des CX-5: in den USA den CX-50 (Foto), bei uns CX-60/CX-80 mit drei Sitzreihen.

Neue Sechszylinder, Heck- statt Frontantriebsbasis, Allrad optional und erstmals Plug-in- Hybrid.

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Den CX-50 wird es nur in den USA geben, zu uns kommen größere Versionen

Foto: Werk

▶︎ Volvo XC90 – nur unter Strom

Die Studie Concept Recharge nimmt den Nachfolger des XC90 vorweg.

Schlankere Form, rein elektrisch, mit neuer Infotainment-Generation, die auf Google Android basiert. Start: Jahresende.

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Nach sieben Jahren folgt ein neuer XC90, der auf E-Antrieb setzt

Foto: larson

▶︎ Renault Austral – aus Kadjar wird Austral

Zweite Auflage des VW-Tiguan-Gegners von Renault unter neuem Namen. Der 4,51 Meter lange Austral (Lateinisch für südlich) löst den Kadjar im Sommer ab.

Technisch eng verwandt mit dem etwas kürzeren Nissan Qashqai, unter der Haube dürften sich die gleichen 1,3-Liter-Mild­hybrid-Benziner mit CVT-Getriebe finden. Optisch innen wie außen eigenständig.

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Technisch steht der Neue auf der gleichen Plattform wie der aktuelle Nissan Qashqai. Eine Plug-in-Hybrid-Variante ist wahrscheinlich. Ob es für den Austral auch einen Diesel geben wird, ist dagegen fraglich

Foto: Bernhard Reichel Car Design

Alte Bekannte: Neue Gewänder für langjährige Größen

Auch automobile Klassiker wie BMW 3er oder Porsche 911 brauchen ab und zu ein Update.

▶︎ BMW 7er – Nummer sieben wird in jeder Hinsicht spannend

Die siebte Auflage des 7er wird etwas ganz Besonderes. Das unterstreicht schon allein das Design mit der großen Niere und den wohl zweigeteilten Frontscheinwerfern, aber auch die gewachsene Antriebsvielfalt.

Der G70 wird nämlich nicht nur mit mild hybridisierten Dieseln und Benzinern sowie Plug-­in-Hybriden antreten. Nein, unter dem Namen i7 wird es ihn auch als reine Elektroversion geben.

Bei den Verbrennern sind Sechs- und Achtzylinder gesetzt, den V12-Motor sehen wir nicht wieder. Die elektrische Luxuslimousine i7 aus München nutzt die vom iX bekannte Elektrotechnik.

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Die Zukunft der luxuriösen Sieben von BMW: ohne Zwölfzylinder, dafür auch elektrisch. Dieses Bild entstand nach Insider-Informationen am Computer

Foto: Bernhard Reichel Car Design

▶︎ Honda Civic – nur der Type R bleibt wild

Schon in elfter Auflage erwarten wir den Honda Civic. Anders als zuvor sind keine wilden Design-Experimente zu erwarten, weder außen noch innen.

Allerdings freuen wir uns auf eine ­extrem heiße Variante namens Type R (Foto), die mit mehr als 300 PS sicher wieder nach dem Nordschleifenrekord greift.

Los geht’s im Herbst, bei dem „normalen“ Civic serienmäßig mit e:HEV-Hybrid, den wir schon aus den SUV kennen. Einstieg dürfte dann bei gut 25 000 Euro sein.

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Optisch ist Civic Nummer elf braver, der Type R bleibt motorisch aber wild

Foto: Bernhard Reichel Car Design

▶︎ Audi A3 allstreet – der Kompakte als SÜVchen

Seit 1999 gibt es bei Audi die robusteren Kombi-Ableger allroad (A6, A4 seit 2009). Und weil das Konzept durchaus erfolgreich ist, werden wir demnächst auch einen hochgelegten und rustikaler eingekleideten A3 erleben.

Neben unempfindlichen Plasteplanken und mehr Bodenfreiheit darf Allradantrieb natürlich nicht fehlen. Für die nötige Power sollen im allstreet getauften Kompakten zwei Benziner (40 oder 45 TFSI mit 190 und 245 PS) sowie der 200 PS starke Diesel 40 TDI sorgen. Da könnte mancher SUV-Fan ins Grübeln kommen.

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Clever: Unter dem Namen allstreet wird der A3 zum SUV light

Foto: Werk

▶︎ Porsche 911 Dakar – eine wüste Sache

Was 1984 zum Sieg bei der Rallye Paris–Dakar reichte, soll jetzt auch in Serie erfahrbar werden. Ein hochgebockter Elfer (Basis 991) mit Allrad und natürlich dem passenden Namen.

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Porsche 911 auf ungewohntem Terrain. Wie viele Käufer die neuen Möglichkeiten wohl voll ausnutzen?

Foto: Bernhard Reichel Car Design

▶︎ BMW 3er Facelift – zarte Schminke

Viel tut sich beim G20 – so nennt BMW die aktuelle 3er-Reihe – nicht: Die Niere wächst gegenüber 2019 nicht wirklich, die Scheinwerfer zieren jetzt zwei Häkchen oben statt wie bisher unten. Innen zieht das aktuelle Infotainment ein.

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Dezente Änderungen am 3er aus München

Foto: Bernhard Reichel Car Design

▶︎ BMW M3 Touring – Kombi mit Kraft

Fünf M3-Generationen gab’s nix, beim neuen G80 kommt endlich auch ein Touring. Leistungshungrige BMW-Fans mit Platzbedarf müssen nicht mehr SUV fahren.

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Endlich kommt der Über-Kombi auch bei BMW, neue Konkurrenz für die RS-Avant-Fraktion von Audi

Foto: Bernhard Reichel Car Design

Fazit

Die Zukunft kann kommen. Nach etlichen Skandalen und Skandälchen in den vergangenen Jahren scheint die Automobilbranche auf einem guten Weg zu sein, der Wandel vom konservativen Klimaschädling zum modernen Mobilitätsmacher ist in vollem Gange.

Gut so, denn anders wäre das Überleben dieser gerade hierzulande so wichtigen Indus­trie alles andere als sicher ­gewesen. Mit dem Neuheiten-­Strauß für 2022 beweisen die deutschen wie auch die internationalen Hersteller jedenfalls, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben.

Jede Menge interessante neue Stromer werden im nächsten Jahr die Showrooms bevölkern und den Autofahrern beim Umstieg in das Elek­trozeitalter helfen. Gleichzeitig wird das Angebot auch bei den ­beliebten Hochsitzen und in anderen konventionellen ­Klassen kräftig ausgebaut.

Darüber hinaus geben die Autobauer bei Technik und Verbrauchssenkung weiterhin Vollgas. Schließlich lässt sich der Umstieg auf E-Mobilität nicht mal eben über Nacht durchziehen – das wird noch einige Zeit dauern. Und auch in dieser Umbruchphase wollen wir ja mobil bleiben. Wobei die Voraussetzungen dafür wohl selten so gut waren wie jetzt – das belegt unsere Neuheiten-Parade sehr eindrücklich.

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Foto: BILD

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